| Lancia Delta 831
Mit 6 aufeinanderfolgenden Gesamtsiegen bei den
Rallye-Weltmeisterschaften von 1987 bis 1992
ist der Lancia Delta Integrale nachwievor das erfolgreichste
Rallye Auto aller Zeiten!
Hier die Entwicklungsgeschichte
(Entnommen aus Wikipedia)
Der Lancia Delta ist ein Kompaktklasse-Pkw von Lancia.
Er wurde von 1979 bis 1994 in der ersten Generation gebaut. Dieses
Modell wird intern auch als Lancia 831 bezeichnet. Von 1993 bis 1999
wurde eine zweite, als Nuova Delta 836 bezeichnete Generation gebaut.
Nach fast 10 Jahren ohne einen Delta im Lancia Programm kommt 2008 nun
die dritte Generation Nuova Delta 844 auf den Markt.
Der Lancia Delta ist international durch seine
beispiellosen Erfolge im Rallyesport in den späten 80ern und frühen 90er
Jahren bekannt geworden, in welchen er die Rallye-Weltmeisterschaft
dominierte.
Die erste Generation
Der auf der IAA 1979 in Frankfurt debütierende Lancia
Delta wurde in relativ kurzer Zeit bei Lancia als Abrundung des
Sortiments nach unten entwickelt. Die Entwicklung des Fahrzeuges begann
im Jahre 1974. Die Grundlage des Autos bildete der Fiat Ritmo, welchem
Bodengruppe und Motoren entlehnt wurden. Die Einzelradaufhängung des
Delta wurde allerdings mit den beim Beta und Gamma gewonnenen
Erkenntnissen abweichend vom Ritmo konstruiert. Die Camuffo-Hinterachse
war sogar in typischer Lancia-Manier konstruiert und wurde in vielen
weiteren Konzernmodellen verbaut. Der Radstand des Delta wurde gegenüber
dem Ritmo verlängert. Der Delta zeigte noch mit dem Karosserieaufbau und
vielen kleineren Details wesentlich aufwändigere Baumuster, welche
typisch für Lancia waren; etwa bestanden die Stoßfänger vorne und hinten
aus glasfaserverstärktem Polyester. Die Serienausstattung des Delta war
mit Heckscheibenwischer, von innen einstellbaren Außenrückspiegeln,
dreistufigen Scheibenwischern und verstellbarem Lenkrad für die Zeit
sehr umfangreich.
Für das äußere Design war Giorgetto Giugiaro
verantwortlich. Die in die Karosserie integrierten und in Wagenfarbe
gehaltenen Stoßfänger waren damals eine Innovation.
Der Produktionsstart des Delta erfolgte im
Fiat-Stammwerk Lingotto, da dieses zum damaligen Zeitpunkt freie
Kapazitäten aufwies und im Lancia-Werk in Chivasso alle Kapazitäten vom
Beta beansprucht wurden.
Delta-Basismodelle
Anfänglich waren lediglich zwei Motorisierungen
verfügbar: 1.301 cm³ (55kW/75 PS) und 1.498 cm³ (63 kW/85 PS). An einen
sportlichen Einsatz wurde zur Einführung des Delta noch nicht gedacht.
Gleichwohl präsentierte Lancia auf dem Turiner Salon 1982 einen
Delta-Prototyp mit Allradantrieb und 1,6-Liter-Turbomotor, der 96 kW
(130 PS) leistete. Ein Verteilergetriebe leitete über eine Antriebswelle
die halbe Motorkraft an die Hinterräder; an der Hinterachse saß ein
Selbstsperrdifferenzial. 1982 erschien die Variante Delta LX mit
angereicherter Ausstattung, darunter Fensterheber, Alufelgen, getönte
Scheiben und geteilt umklappbare Rücksitzbank. Der erste Delta war recht
erfolgreich und wurde von der internationalen Presse zum Auto des Jahres
1980 gewählt. Dies war das bisher einzige Mal, das Lancia diese
Auszeichnung erhielt.
Ab 1982 war ein auf dem Delta basierendes
Stufenheckmodell, der Lancia Prisma (intern als Lancia 831 AB
bezeichnet), erhältlich. Ab diesem Zeitpunkt wurden beide Modelle im
Lancia-Werk in Chivasso produziert, damals eine der modernsten
Produktionsstätten der Welt. Der Prisma wurde später analog dem Delta
auch als Allrad-Version (Prisma 4WD) angeboten, allerdings hier nur mit
einer 2,0-l-Saugerversion des beim Delta HF4WD beziehungsweise Integrale
verwendeten Turbomotors.
In einigen skandinavischen Ländern (Schweden,
Dänemark) wurde der Delta in Zusammenarbeit mit Saab als Saab Lancia 600
verkauft. Diese Zusammenarbeit beim Verkauf des Modelles war ein
Resultat der gemeinsamen Konstruktion des Fahrzeuges. Die Heizungs- und
Belüftungsanlage des Delta wurde von Saab entwickelt. Beide Marken
arbeiteten später auch beim Lancia Thema und dem Saab 9000 unter
Einbeziehung von Fiat (Croma) und Alfa Romeo (Alfa 164) zusammen. Es
existiert in Schweden noch mindestens ein Prototyp eines Saab 2000,
welcher äußerlich einem Lancia Delta gleicht, allerdings über einen
Mittelmotor verfügt. Zweck und Verwendung dieses Prototyps sind bisher
allerdings nicht bekannt.
1986 nahm Lancia etliche neue Varianten des Delta ins
Programm; eine 1100-cm³-Version speziell für Griechenland, Motoren mit
elektronisch geregelter Einspritzung und für die Auslandsmärkte auch mit
Katalysator sowie den 1,9-Liter-Turbodiesel, bekannt aus verschiedenen
Fiat-Modellen.
Delta GT und GT i.e.
Ebenfalls 1982 kam die erste sportlichere Version auf
den Markt, der GT mit 1,6-l-Motor und 77 kW (105 PS) (später als GT i.e.
79 kW, 108 PS, bzw. GT i.e. mit Kat: 66kW, 90 PS), welcher aus dem
erfolgreichen 2,0-l-Fiat-Motor abgeleitet wurde, der schon den Fiat 124
Spider befeuerte, im Lancia Beta (und vielen anderen Modellen des
Fiatkonzerns) Dienst tat und im Fiat 131 Abarth Walther Röhrl zu seinem
ersten Rallye-WM-Titel verhalf. Der 1.6 GT war mit Doppelnockenwellen,
Doppelvergaser und Digiplex-Zündung ausgerüstet. In der i.e. Version
wurde eine spritsparende SPI-Einspritzanlage verwendet. Ein ähnlicher
motorischer Bruder war der Supermirafiori 1600TC mit ebenfalls
Doppelnockenwelle (90PS), der aber sein maximales Drehmoment erst bei
höheren Drehzahlen erreicht hat. Eine weitere Ableitung dieses Motors
wurde im Fiat Ritmo 105 TC verbaut. Das Getriebe war als 5-Gang in
Sportversion (also kein Schongang) ausgelegt. Am Heck befand sich ein
kleiner Diffusor, der eine aerodynamische Verbesserung darstellte. Der
Frontgrill und die Fensterblenden, sowie die Türgriffe wurden in schwarz
ausgeführt und der Grill bekam den Schriftzug GT /GT i.e. Als Extras gab
es Folgendes: Metallic, Schiebedach, elektrische Fensterheber,
Zentralverriegelung, Bordcomputer und Alufelgen, später auch
Servolenkung. Beispiellos in der Automobilbranche der 1980er und fast
einzigartig: Lichtleiter für die Instrumentarienbeleuchtung,
geschmackvolle Stoffe von Zegna, Einzelradaufhängung auf allen vier
Rädern (alle Deltas der ersten Serie), Innenraumbeleuchtung selektiv
nach geöffneten Türen und Motorraumbeleuchtung und vor allem die sehr
weiche Schäumung der Türverkleidungen und des Armaturenbrettes. Ferner
war der Dachhimmel ebenso mit weichen geschäumten (ca. 8 cm breiten)
Leisten in der Farbe der Türverkleidungen eingerahmt, wo die gefederten
und versenkten Haltegriffe eingelassen waren. Diese weichen Teile wichen
später nach dem ersten Facelift teilweise harten Plastikteilen. Ein
weiteres Highlight war das Heizungs- und Belüftungsystem mit immens
großen Luftdurchsatz und praktisch immer beschlagfreien Scheiben.
Delta HF Turbo
1983 debütierte der Delta HF Turbo, welcher ebenfalls
den 1,6-l-Motor auf Fiat-Basis besaß. Hier wurde die sportliche Maschine
aber von einem Garret-T3-Turbolader zwangsbeatmet und leistete in der
Vergaserversion 96 kW (131 PS). Ab 1986 wurde der Motor zur besseren
Kühlung der Auspuffkrümmer umgedreht, wie bei allen späteren
Integrale-Modellen. Die ab 1986 gebauten Einspritzerversionen des HF
Turbo mit Garrett-T2-Lader besaßen bereits die identischen
Innenausstattungen der sportlichen Allradversionen HF4WD und Integrale
mit Recaro-Sportsitzen in Alcantara. Es gab sie auch als limitierte
Auflage (Wittmann Edition) mit 100 kW (136 PS). Zu nennen sind auch die
Sondermodelle: Lancia Delta HF Turbo Martini, weiß mit dem blau-roten
Streifen; Lancia Delta HF Turbo Monte Carlo mit den runden Scheinwerfer
und der gewölbten Haube des 16V Integrale und Lancia Delta HF Turbo
Exclusiv außen in Grau mit einem roten Streifen und Wischer für die
Scheinwerfer, innen roter Teppich und Gurte, schwarze Ledersitze mit
eingesticktem HF-Logo und Alcantarahimmel, den es nur in der Schweiz
gab.
Delta HF 4WD
Im Mai 1986 kam dann der Delta HF 4WD ins Programm.
Diese Version besaß einen permanenten Allradantrieb, ein offenes
vorderes Differential, zentrales Verteilergetriebe mit
Ferguson-Viskokupplung, das 56 % der Antriebskraft auf die Vorderräder,
den Rest auf die Hinterräder leitete, und ein Torsen-Differenzial an der
Hinterachse. Der Turbomotor des HF 4WD stammte aus dem Lancia Thema und
basierte ebenfalls auf dem seit längeren erfolgreichen 2,0-l-Motor von
Fiat. Aus 1995 cm³ holte die Maschine 121 kW (165 PS) bei 5500/min und
ein maximales Drehmoment von 284 Nm im Overboost-Modus. Die
elektronische Motorsteuerung verhinderte den Overboost-Einsatz bei noch
kaltem oder zu heißem Motor. Im Overboost-Modus schloss sich das
Waste-Gate-Ventil, wodurch sich kurzfristig der Ladedruck erhöhen ließ.
Ein Ladeluftkühler verringerte die Temperatur der dem Motor zugeführten
Luft von 120 auf 50 bis 70 Grad. Die Ventile waren natriumgefüllt, die
Ventilsitze bronziert, die Pleuellager in Trimetall-Technik ausgeführt
und das Motoröl verfügte über einen eigenen Kühler. Vier
Scheibenbremsen, die vorderen innenbelüftet, sorgten für Verzögerung.
Delta HF Integrale
Auf der IAA 1987 präsentierte Lancia die erste
Evolutionsstufe des HF 4WD, den Delta HF Integrale, mit einigen
technischen und optischen Änderungen. Von außen erkannte man die neue
Version an Kotflügelverbreiterungen, geänderten Stoßfängern und
Schwellerschürzen, neuem Lufteinlass auf der Motorhaube und an den 15
(statt zuvor 14) Zoll großen Alufelgen. Fahrwerk und Bremsen erfuhren
Verbesserungen. Die Leistung des vom HF 4WD her bekannten
Zweiliter-8V-Turbomotors mit Ladeluftkühler stieg u. a. durch einen
größeren Turbolader von 121 auf 136 kW (185 PS). Für Auslandsmärkte wie
Deutschland und Schweiz produzierte Lancia später eine 8V-Version mit
geregeltem Katalysator. Mit Ausnahme des Motors entsprach diese Version
aber überwiegend dem parallel gefertigten 16V.
Delta HF Integrale 16v
1989 erschien eine überarbeitete Version des Delta HF
Integrale 16v. Der bekannte Motor erhielt nun, neben kleinen
Verbesserungen wie der Kolbenbodenkühlung, in erster Linie den neu
konstruierten 16-Ventil-Zylinderkopf. Dieser Motor war nun 147 kW (200
PS) stark. 47 % der Motorleistung gingen nun an die Vorder- und 53 % an
die Hinterachse. Auffallendstes Erkennungsmerkmal dieser Version war die
gewölbte Motorhaube, damit der höher aufbauende 16V-Motor untergebracht
werden konnte. Ebenso wuchsen die 15-Zoll-Felgen in der Breite von 6
(8V) auf nun 7 Zoll. Weiter war der 16V an der neuen Anordnung des
Tachos (die 0 steht bei 9 Uhr) und des Drehzahlmessers (0 bei 3 Uhr) zu
erkennen.
Delta Integrale Evoluzione
1991 debütierte der Lancia Delta Integrale Evoluzione.
Diese Ausführung wurde bis 1992 mit 16V-Motor ohne Katalysator, oder für
spezielle Märkte mit schärferen Abgasauflagen wie Deutschland,
Österreich und der Schweiz, als 8v mit Katalysator gebaut. Von 1993 bis
1994 dann als 16v mit Katalysator gebaut, welcher später in Deutschland
als "sedici" bekannt geworden ist. Diese italienische Bezeichnung steht
für die "16" und war eine Anspielung auf die Ventilzahl bei der neuen
Katalysatorversion, eine Bezeichnung, welche insbesondere auch zur
besseren Differenzierung zum Vorgängermodell auf dem deutschen Markt
benutzt wurde, da offiziell bis dahin nur die Variante mit dem
8V-Katalysator-Motor importiert wurde. Die EVO wurden im Werk Chiavasso
gefertigt, das 1993 der Karosseriebauer Maggiora übernahm. Zum
Produktionsende wurden dort diverse Sonderserien aufgelegt und es wurde
zum Teil auch Sonderwünschen Rechnung getragen, welche offiziell nicht
in der Optionenliste standen. So war es auch Maggiora, der sich in der
Folge für eine Fortsetzung der Produktion des kommerziell immer noch
erfolgreichen Modells stark machte, es entstanden so auch diverse
Prototypen bzw. Farbproben wie perlrot, bronze oder das violett für
einen möglichen EVO Nachfolger, die Fahrzeugen wurden jeweils an
verschiedenen Treffen des Italienischen Delta Club präsentiert, jedoch
wurden diese Bemühungen von der Lancia-Marketingabteilung zugunsten des
soeben erschienen neuen Delta fallen gelassen.
Merkmale des Evoluzione waren breitere Spur,
vergrößerte Kotflügelverbreiterungen, die geänderte Wölbung der
Motorhaube mit geänderten Lufteinlässen, verändertes Fahrwerk (nun 5x98
statt wie bisher 4x98er LK), stärkere Festsattelbremsen (Brembo),
robustere Lenkung, geänderte Scheinwerfer und Schwellerschürzen,
verbesserte Elektrik und eine Auspuffanlage von größerem Durchmesser mit
einfachem Endrohr. Auch die Stoßstangen wurden geändert; der Dachspoiler
war dreifach verstellbar. Der Vierzylinder im 16v leistete anfangs 154
kW (210 PS), in der späteren Katalysator-Version 158 kW (215 PS). Für
erhöhte Motorleistung konnte für kurze Zeit der Ladedruck des
Turboladers um ca. 0,2 bar erhöht werden. Diese Overboostfunktion wird
vom Motorsteuergerät über ein Taktventil gesteuert, welches das
Volllastsignal des Drosselklappenpotentiometers verarbeitet und so je
nach Lastzustand und Parameter in der Lage ist, eine kurzzeitige
Druckerhöhung zu generieren.
Bei der ersten Version des Evo 16V wurde zu
Homologationszwecken für die Gruppe-A-Rallyes auf einer limitierten
Anzahl von Fahrzeugen eine Wasserzerstäubung für den Ladeluftkühler
installiert, diese Systeme waren normalerweise bei der Auslieferung an
den Kunden nicht angeschlossen oder zum Teil nur unvollständig vorhanden
und mussten für die Inbetriebnahme zuerst mit Komponenten ergänzt
werden. Die Funktion wurde ebenfalls durch das Steuergerät geregelt,
welches während des Overboost die Motorleistung durch Wasserzerstäubung
auf die Kühlfläche des Ladeluftkühlers und der dadurch besseren
Kühlwirkung noch zusätzlich erhöht. Das hierzu benötigte Wasser wurde
aus einem im Kofferraum befindlichen Wasserspeicher gepumpt. Beim EVO
16V waren ABS und beim EVO 16V (sedici) auch die Klimaanlage
serienmäßig, letztere war nur bei gewissen EVO-Sondernmodellen
serienmäßig und bei den anderen Versionen gegen Aufpreis lieferbar, die
Serienausstattung konnte sich je nach Markt unterscheiden. Vom
Evoluzione wurden auch diverse Sonderserien mit Sonderausstattung oder
-lackierung aufgelegt, einige davon mit fortlaufender Nummerierung,
weitere nur in beschränkter Stückzahl. Die Höchstgeschwindigkeit des
Evoluzione 16v lag bei 220 km/h, für den Spurt von 0 auf 100 km/h
benötigte er 5,7 Sekunden.
Technische und optische Änderungen in der
Ausstattung beim EVO (16V Kat. "sedici")
- Felgen 16"
- Serienmäßig wärmedämmende Verglasung
- Serienmäßig High-Back-Recaro
- Serienmäßig Klimaanlage
- Abdeckung Dachleiste aus Aluminium in Wagenfarbe
lackiert
- Mehrteiliger Tankeinfüllstutzen mit Zierring aus
Aluminium
- Weber-Steuergerät (IAW P8) autoadaptiv mit mehr
Speicher, schnellerem Prozessor und geschlossener Lambdaregelkreis
- Verteilerlose statische Zündverteilung (Ruhende
Zündung)
- Phasensensor Hallgeber
- Turbolader kleiner auf der Verdichter-Seite AR
0,48/0,48
- Abgasanlage mit Katalysator (Haupt- und Vor-Kat)
kleinerer Rohrdurchmesser
Sondermodelle und limitierte Serien
Club Italia
Farbe dunkelblau pastell mit roten Highback-Recaro,
Interieur in Leder. Nummerierte Sonderserie.
Martini 5
Farbe weiß pastell mit Martini-Streifen über die
gesamte Fahrzeugflanke. Mit anthrazit Highback-Recaro,
Alcantarainterieur und roten Nähten. Nummerierte Sonderserie.
Martini 6
Farbe weiß pastell mit Martini-Streifen über Flanke
und auf Kotflügel heruntergezogen. Mit türkisfarbenen Recaro-Highback,
Alcantarainterieur. Nummerierte Sonderserie.
Verde York
Farbe grün pastell mit beige Recaro-Highback,
Lederinterieur. In der Stückzahl limitierte Sonderserie ohne
Nummerierung.
Club Lancia
Farbe rot pastell mit schwarzen Recaro-Highback,
Lederinterieur. Nummerierte Sonderserie.
Club Hi-Fi
Farbe dunkelblau pastell mit gelb/blauen
Rallyestreifen über Motorhaube-Dach, tabakfarbenes Recaro-Highback,
Lederinterieur. Nummerierte Sonderserie.
Giallo
Gelb pastell mit anthrazit Recaro-Highback,
Alcantarainterieur mit gelben Nähten. In der Stückzahl limitierte
Sonderserie ohne Nummerierung.
Blu Lagos
Farbe blau mica metallic mit cremefarbenen
Recaro-Highback, Lederinterieur. In der Stückzahl limitierte Sonderserie
ohne Nummerierung.
La Perla
Farbe perlweiss met. mit blauen Recaro-Highback,
Lederinterieur. In der Stückzahl limitierte Sonderserie ohne
Nummerierung.
Dealers Collection
Farbe
bordeaux mica metallic mit beige Recaro-Highback, Lederinterieur.
Nummerierte Sonderserie.
Edizione Finale
Farbe perlrot mica metallic mit einem gelb/blauen
Rallyestreifen über Motorhaube Dach, anthrazit Recaro-Highback,
Alcantarainterieur. In der Stückzahl limitierte Sonderserie ohne
Nummerierung.
Verde York
Wie bei EVO 16V einfach mit der EVO 16V-Kat typischen
technischen Ausstattung. In der Stückzahl limitierte Sonderserie ohne
Nummerierung.
1994 lief die Fertigung des Delta der ersten
Generation nach mehreren hunderttausend produzierten Exemplaren aus;
allein von den Allradmodellen wurden 44.296 Stück gebaut. Der Erfolg des
Delta lag sowohl in seinen konstruktiven Qualitäten als auch in den
sechs aufeinander folgenden Rallye-Weltmeistertiteln begründet.
Sport- und Rennversionen
Delta S4
Im Rallyesport war Lancia seit den Erfolgen des
Fulvia-Coupés Ende der 1960er eine feste Größe. Die Rallyewagen der
1970er, der Lancia Stratos und der Lancia Beta, waren noch dominanter.
Deswegen nahmen die übrigen Rallyehersteller die durch den Stratos
begonnene Entwicklung auf und präsentierten Modelle mit ähnlicher
Konzeption, welche in der Kombination eines drehmomentstarken Motors und
eines Heckantriebs bestand. Als ab 1981 der Audi quattro mit
Allradantrieb den Rallyesport revolutionierte und die FIA mit der
Öffnung der Gruppe B ein Podium für derartige „PS-Monster“ schuf,
reagierte Lancia mit der Konstruktion des Lancia rally 037. Mit dem 037
konnte Lancia 1983 die Rallye Monte Carlo und den Marken-WM-Titel
gewinnen. Doch die auf Komponenten des Beta und des Stratos aufgebaute
Konstruktion, die auch weiterhin auf einen Heckantrieb setzte, konnte
Lancia in den folgenden beiden Jahren nur noch selten an die Spitze
bringen. Die Allrad-Konkurrenz war, vor allem auf losem Untergrund, zu
stark geworden. Der Lancia rally 037 ist das letzte heckgetriebene
Fahrzeug, das die Rallye-WM gewinnen konnte.
Die Lösung bestand in der Entwicklung des Delta S4.
Dieser war in Zusammenarbeit mit Abarth entstanden und verfügte nun auch
über einen Allradantrieb und immerhin ca. 353 kW (480 PS) (gegenüber 235
beim 037 rally). In seiner letzten Evolutionsstufe verfügte der Delta S4
für Rallycross, Bergrennen, etc. über rund 480 kW. Die italienische
Autozeitschrift Quattroruote ermittelte seinerzeit bei einem Tracktest
eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h auf früherem Formel-1-Niveau: 2,4
Sekunden für eine 440-kW-Version. Ein Novum war, dass der S4-Motor
sowohl von einem Kompressor als auch von einem Abgasturbolader zu seiner
Höchstleistung „geblasen“ wurde, was dem Rallye-S4 zu einem äußerst
markanten, kreischenden Sound verhalf. Abgesehen davon war auch das
Fahrwerk komplett neu und Rallye-tauglich konstruiert worden, sodass der
Delta S4 letztlich außer Karosserie und Namen nichts mehr mit einem
Serien-Delta zu tun hatte. Der Delta S4 wurde ab 1985 im Rallyesport
eingesetzt, hatte aber nur eine kurze Karriere vor sich. Nachdem es
bereits zuvor schon schwere Unfälle mit den Gruppe-B-Wagen gegeben
hatte, war der tödliche Unfall von Lancia-Werksfahrer Henri Toivonen und
Copilot Sergio Cresto in einem Delta S4 bei der Korsika-Rallye des
Jahres 1986 der mutmaßlich endgültige Auslöser für die Verbannung der
Gruppe B aus der Rallye-WM Ende 1986.
Bei der Motorshow in Bologna hatte Lancia 1986, unter
der Bezeichnung Experimental Composite Vehicle (ECV), bereits ein
Nachfolgemodell des Delta S4 präsentiert, das für die geplante Gruppe S
entwickelt worden war. Der ECV wurde mit einem Triflux-Zylinderkopf (4
Ventile pro Zylinder, Einlassventil jeweils diagonal zum Auslassventil)
und zwei Turboladern bestückt. Doch im Sog der tragischen
Gruppe-B-Entwicklungen war auch diese Rallye-Evolutions-Kategorie von
der FIA bereits im Vorfeld wieder verworfen worden.
Die Entwicklung des Delta HF Integrale und
seine Rallye-Karriere
Nach der Einstellung der
Gruppe B musste Lancia einen neuen Wagen für die Werkseinsätze bei der
seriennahen Gruppe A entwickeln, was auf Basis des Serien-Delta geschah.
Auch die neue Wettbewerbsversion des Lancia Delta wurde in Turin bei
Abarth entwickelt und gebaut, wie schon viele erfolgreiche
Rallye-Fahrzeuge zuvor (z. B. Fiat 131 Abarth, Lancia 037, Lancia Delta
S4). Der Delta HF 4WD war mit dem Zwei-Liter-Turbomotor ausgestattet und
mit einem permanentem Allradantrieb versehen worden. Schon bei der
Premiere 1987 fuhr das Lancia-Werksteam mit Juha Kankkunen an der Spitze
zu einem Doppelsieg. Die zur Homologation des Wagens erforderliche
Straßenversion leistete 121 kW (165 PS) und war wie die damaligen
Werkswagen (ca. 195 kW) noch mit einer schmaleren Karosserie
ausgerüstet.
Aber die Konkurrenz schlief auch nicht. Daher mussten
1988 weitere Modifikationen folgen, um den Abstand zu wahren, der Delta
HF Integrale verfügt über acht Zentimeter breitere Achsen und
ausgestellte Kotflügel, die diese beherbergen, und einen neuen
Turbolader, der die Leistung der Straßenversion auf 136 kW, die der
Werksrennwagen auf knapp über 220 kW steigerte. Die einzige weitere
bedeutende Änderung betraf die Bremsanlage: die hinteren Scheibenbremsen
wurden vergrößert. Die Scheibenbremsen hinten hatte der Delta schon ab
dem 1600 GT (66 kW) serienmäßig; in dieser Klasse damals keine
Selbstverständlichkeit.
1989 wurde der noch immer überlegene Delta HF
Integrale erneut verbessert: Ein neues Schaltgetriebe, eine geänderte,
hecklastigere Drehmomentverteilung, hydraulisch betätigte Kupplung
(zuvor Seilzug) und schließlich der namensgebende 16-Ventil-Zylinderkopf
ließen ihn beinahe unerreichbar der Konkurrenz davonfahren. Die
Fahrzeuge des Rallye-Werksteams hatten jetzt deutlich über 220 kW, die
Straßenversion exakt 147 kW (200 PS), durch einen kleineren, schneller
ansprechenden Lader steht bei jeder Drehzahl mehr Leistung bzw.
Drehmoment zur Verfügung als beim Vorgänger. Die bestens bewährten
Radaufhängungen wurden beibehalten. Da der neue Zylinderkopf höher war,
musste sich die Motorhaube dem beugen oder eher wölben, aber auch
spätere Katalysator-Achtventiler haben die neue gewölbte Haube.
Delta Evoluzione
1991 kam die letzte Stufe der
Evolution auf den Markt, der EVO. Der nochmals um sieben Zentimeter
breitere Wagen leistet in der Gruppe-A-WM etwa 250 kW (340 PS), die
katalysatorfreie 16-Ventil-Straßenversion stellt 151 kW (205 PS) zur
Verfügung. Offiziell wurden nach Deutschland allerdings nur Achtventiler
mit Katalysator und 130 kW (177 PS) importiert. Der letzte
Marken-WM-Titel (1992) geht jedoch nicht an ein Werksteam, sondern an
das private Martini-Team, zuvor war Martini Hauptsponsor des Werksteams.
Mit 6 Marken-WM-Titeln in Folge ist der Lancia Delta das erfolgreichste
Rallye-Fahrzeug der Motorsport-Geschichte.
1993 wurden die letzten Evo´s nochmals mit
verbesserter Serienausstattung wie hohen Recaro-Halbschalensitzen,
Klimaanlage und 16"-Felgen auf den Markt gebracht. Diese Fahrzeuge
hatten einen geregelten Katalysator und ihre Leistung wurde offiziell
mit 158 kW angegeben.
Technische Daten (nur Allradmodelle):
4-Zylinder-Reihenmotor, fünf Kurbelwellenhauptlager
Bohrung 84 mm, Hub 90 mm, Hubraum 1995 cm³, zwei obenliegende
Nockenwellen (DOHC), Ventilbetätigung über Tassenstößel, Wasserkühlung,
Ladeluftkühlung, permanenter Allradantrieb mit zentralem
Planetengetriebe, Torsen-Differential hinten, Kegelraddifferential vorn,
Viscokupplung, Einzelradaufhängung an McPherson-Federbeinen vorn und
hinten, Querstabilisator vorn und hinten, selbsttragende
Stahlblechkarosserie, Radstand 2480mm, innenbelüftete Scheibenbremsen
vorn, Scheibenbremsen hinten, 4 Türen, 5 Sitze.
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